LovemadeCrafts – handgemachte Schmuckstücke zum Verlieben

Atelier LovemadeCrafts

Ein Besuch von Elisabeth Freundlinger

Letztes Jahr hat meine Nichte geheiratet. Im ganz großen Stil, für den ein ganzes Areal samt Schlösschen angemietet wurde. Die Feierlichkeiten zogen sich über drei Tage hin und fanden zum Glück in jenen wenigen Sommerwochen statt, als wir alle naiverweise daran glaubten, Corona läge hinter uns. Im Februar, als wir noch nicht wussten, ob es überhaupt ein Fest geben würde, fingen wir bereits mit dem Planen an. Für mich als Tante war das eher entspannt: Es hieß letztlich nur ein wenig abzuspecken und ein schönes Outfit zusammenzustellen. Das Kleid fand sich rasch: ein schlicht geschnittener Klassiker aus dem Nobel-Second-Hand-Laden. Aber da fehlte noch was. Ich brauchte unbedingt ein hübsches Schmuckstück, um den Look zu variieren, beziehungsweise mein Outfit etwas aufzupeppen.  

Beim Surfen durchs Internet stieß ich auf die Instagram-Seite der Schmuck-Designerin Verena Struber: Die Ohrgehänge und Armbänder von LovemadeCrafts gefielen mir auf Anhieb. Occhi, las ich. Interessant. Occhi? Was bitte, ist denn das?

Occhi

„Schiffchenspitze“ aus feinstem Garn, erfuhr ich gleich darauf aus Wikipedia. Die Technik kommt ursprünglich aus dem Orient und galt den feinen Damen früher als Zeitvertreib. Heutzutage ist Occhi selten geworden.

„Es war Zufall, dass ich auf diese alte Technik gestoßen bin“, erzählte mir Verena Struber kurz darauf, als ich ihr im lockdownfreien Frühling einen Atelierbesuch in ihrer Salzburger Werkstatt abstattete. „Ich war schon immer ein Handarbeitsfreak. Einmal hab‘ ich meine Mama zu einem Klöppelkurs begleitet und kam über diesen Umweg zum Occhi. Seitdem lässt es mich nicht mehr los. Vor ungefähr vier Jahren habe ich angefangen, Schmuck zu machen und bald meine eigene Firma gegründet: LovemadeCrafts.

Bunt!, war mein erster Gedanke, und wow! – wie soll ich mich bei dieser Vielfalt bloß entscheiden? Dass ich ein Armband von LovemadeCrafts haben musste, war mir klar, seit ich Verenas Homepage durchstöbert hatte. Aber welches nur?

Das Atelier – ein Blick hinter die Kulissen

Die Stimmung in Verena Strubers Atelier war gemütlich. Wir tranken Kaffee und unterhielten uns entspannt. „Occhi ist eine Knüpftechnik“, erklärte Verena. „Ganz ähnlich wie Makramee. Du kannst es dir vorstellen wie hochkomplizierte Freundschaftsbänder.“ – „Echt?“ – „Ja“, lachte sie. „Eigentlich hat bei mir mit dieser Leidenschaft alles angefangen. Ich war schon als Teenager immer am Knüpfen. Jetzt ist es halt aufwändiger geworden.“

Ich staunte über die vielen Ohrgehänge in Verenas Werkstatt. „Sehr viel aufwändiger“, bekräftigte Verena schmunzelnd. „Anfangs war‘s zum Verrückt-Werden. Es hat Monate gebraucht, bis ich es richtig draufhatte. Inzwischen genieße ich jeden Knoten. Ich mach‘ das total gern.“

Mir gefiel die Werkstatt mit ihrem kreativen Chaos sofort. Verena, die meinen Blick bemerkte, meinte nur trocken: „Manche haben einen Spleen zum Zusammenräumen, ich hab‘ einen Spleen zum Arbeiten … und einen zur Perfektion. Wenn mir beim Knüpfen ein Fehler passiert, lasse ich das angefangene Stück liegen und fange neu an. Auch wenn man es gar nicht merken würde. Aber das ist halt mein Anspruch an mich selbst.“
(Anmerkung Redaktion: Ich hab ein wenig nachgeholfen und nachträglich für die Fotos etwas aufgeräumt.)

„Wie lange brauchst du für ein Paar Ohrringe?“, wollte ich wissen. Verena löste behutsam einen Ohrring aus dem hübschen Dekokopf. Der mit dunklen Glitzerperlen bekränzte Rand des Schmuckstücks hob die ornamentale Form hervor, die mich mit dem durchbrochenen Muster an ein altes Kirchenfenster erinnerte. In perfekten Rosé-Metallic Bögen schlang sich das Garn um zwei dunkelbraune Perlen. „Das sind Swarovski-Perlen“, sagte Verena. „Andere Glasperlen mögen billiger sein, aber mir ist es wichtig, dass jedes Schmuckstück, das ich produziere, hochwertig ist. Schließlich verkaufe ich nur Unikate, alles ist handgemacht. Da muss auch das Material passen.


Selbstverständlich verwende ich auch nur das teure Qualitätsgarn.“ Sie zeigte mir ihre immense Farbpalette. „Und so funktioniert das mit der Bestellung: Nachdem du dich für ein Schmuckstück und ein Muster entschieden hast, suchst du die zu dir passenden Farben aus.“

Maßanfertigung also. „Natürlich arbeite ich nach Maß. Vor allem bei Armbändern.“
Ach. Wie sollte ich mich bloß entscheiden?

Verena lächelte. „Nun, das Kleid hast du ja schon. Damit haben wir den ersten Hinweis. Und dann musst du eben deinen spontanen Gefühlen folgen.“

Ich wollte zwar ein Armband, konnte aber meine Augen nicht von den orientalisch geschwungenen Ohrringen mit den schönen Namen „Hyacinth“ lassen, die wir vorhin betrachtet hatten. Federleicht lag das Schmuckstück zwischen meinen Fingern. Ich hielt es an mein Gesicht und staunte, wie vorteilhaft es meine Wange umschmeichelte. Zart und elegant schimmerte das Metallic-Garn im Licht. 

Metallic ist grad ganz groß im Kommen“, bestätigte Verena meine Überlegungen. „Vor allem in der Sonne glitzert das wie verrückt.“

Ich mochte den Ohrring fast nicht mehr aus der Hand legen. Aber dann fiel mein Blick auf ein anderes Paar. „Bubbles“ erinnerten mich an lose aneinandergereihte Ringe oder an willkürlich aneinander gereihte Seifenblasen. Und was für Farbkombinationen! Im Unterschied zum eleganten „Hyacinth“ sind „Bubbles“ eine Farbexplosion in Rot-Pink Blau-Grün und schimmernden Türkisgrün. 

„Anfangs habe ich mich nicht über diese Farbkombinationen drübergetraut“, sagte Verena, die selbst eher dezenten Schmuck trug. „Inzwischen tobe ich mich hemmungslos aus, das macht solchen Spaß. Der leuchtende Farbmix kommt ja auch wirklich gut an. Vor allem viele Männer, die bei mir nach Geschenken suchen, entscheiden sich für das Bunte.“ 

Während ich weiter stöberte, erzählte Verena, dass sie sämtliche Muster ankauft. „Ich weiß, dass im Internet viel einfach so heruntergeladen wird, aber ich möchte fair bleiben. Da gibt es Leute, die sich diese wunderbaren Muster ausdenken, sollen auch was daran verdienen! Da macht jemand einen guten Job.“ 

Garn und Perlen, handgefertigte Knoten und Bögen … auf einmal erkannte ich, dass Schmuck-Machen mehr ist als ein schönes Hobby. Was bei LovemadeCrafts entsteht, sind Unikate mit Persönlichkeit. Das spiegeln auch die fantasievollen Namen der Schmuckstücke: Hyacinth, Bubbles, Charlene, Valentine … als hätten jedes Armband, jeder Ohrring mit den passenden Namen auch noch eine Geschichte bekommen. 

„Ja, mir ist es auch wichtig, die richtigen Namen zu finden. Manchmal übernehme ich die Vorschläge der Musterdesigner. Wenn‘s nicht passt, überlege ich mir etwas anderes. Der Name muss das Schmuckstück repräsentieren und im Endeffekt muss jedes Detail stimmen. Deshalb sind auch die Verschlüsse exklusiv und auch die Schmuckboxen sind hochwertig.“ 

Ich entschied mich letztlich für klassische Ohrringe und ein Armband in metallischem Gold. Edel und elegant, das wurde mir bei der Hochzeitsfeier dann von allen Seiten bestätigt. 

Frühlingsgefühle

Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen. Frühling ist’s, und mein Bedürfnis nach Farbe wird von Tag zu Tag drängender. Wie das Problem zu lösen ist, weiß ich inzwischen auch, vor allem nachdem die Bloggerin Martina Reuter die Schmuckstücke von LovemadeCrafts in Eva Pölzs Frühstücksmagazin „Guten Morgen, Österreich“ vorgestellt hat.* 

Höchste Zeit also auch für mich, mir neue Ohrringe zu gönnen. Oder ein farbenfrohes Armband, das sich wie ein blühendes Beet ums Handgelenk schmiegt. 

Leider ist zurzeit kein Atelierbesuch möglich, so begnüge ich mich eben damit, auf Verena Strubers Homepage zu surfen: www.lovemadecrafts.com. Die professionell aufbereitete Seite lässt zum Glück keine Wünsche offen. Ich kann mir alle Modelle und alle Farben genau anschauen, und klicke mich zwischen modernem Trachten- und edlem Hochzeitsschmuck durch eine breite Palette zeitlos eleganter und poppig bunter Occhi-Kreationen. Pure Lebensfreude strahlt mir da entgegen, die können wir im Augenblick ja alle gut brauchen.

Da sind die Ohrringe „Fortune“, zarte Allrounder, die wirklich überall dazu passen und deshalb auch im Verkaufsranking führen, wie mir Verena verraten hat. Auch die fröhlichen „Bubbles“ lachen mich wieder an. „Bubbles werden in den gewagtesten Farbkombinationen bestellt und sehen immer gut aus“, sagt Verena am Telefon. „Nachdem die Style-Expertin von Puls 4 auf mich aufmerksam gemacht hat, habe ich unzählige Vorbestellungen.“

Schön, wie die Leichtigkeit mit der Leuchtkraft harmoniert – alles zusammen ergibt wunderschöne, einzigartige Kompositionen. Besonders gut gefällt mir das Armband „Splits“, bei dem rote und gelbe Miyuki-Perlen ein fröhliches Lochmuster tanzen. 

Jetzt brauche ich nur noch Geduld, denn gut Ding braucht Weile. Schließlich handelt es sich um hochwertige Maßarbeit.


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